Begriffe der Geodäsie und des Geoinformationswesens

AAA-Datenmodell
Das AAA-Datenmodell ist ein gemeinsames Fachschema für AFIS, ALKIS und ATKIS. Es soll dazu dienen, die Grunddatenbestände von AFIS, ALKIS und ATKIS zu einem Grunddatenbestand der Geodaten des amtlichen Vermessungswesens zusammenzuführen.
Aggregat
Unter Aggregation von Daten versteht man das Zusammenfassen detaillierter Daten zu größeren Einheiten. In der Geoinformatik werden durch Aggregation Objekte aus mehreren Einzelobjekten gebildet, um komplexe Objekte abbilden zu können. Ein Gebäude wird z.B. oft als flächenförmiges Objekt (Gebäudeumring) mit anhängenden Polylinien (Anbauten) modelliert.
Amtliches Festpunktinformationssystem (AFIS)
AFIS ist ein Geo-Informationssystem, das Informationen des geodätischen Raumbezugs enthält. Insbesondere sind dies Informationen zu den Lagefestpunkten, Höhenfestpunkten und Schwerefestpunkten der Deutschen Landesvermessung. Außerdem werden Informationen zu SAPOS-Referenzstationspunkten geführt. AFIS ist Bestandteil des sogenannten AAA-Datenmodells.
Amtliches Topographisch-Kartographisches Informationssystem (ATKIS)
Eine der Aufgaben der Landesvermessung besteht darin, die wesentlichen Erscheinungsformen und Sachverhalte sowie das Gelände an der Erdoberfläche zu erfassen und in topographischen Karten darzustellen. Mit ATKIS wurde ein System entwickelt, das es erlaubt, die topographischen Daten und Karten der Landesvermessung digital zu führen und dem Nutzer anzubieten. Dies geschieht in Digitalen Landschaftsmodellen (DLM) und in Digitalen Topographischen Karten (DTK). ATKIS ist Bestandteil des sogenannten AAA-Datenmodells.
Baufachliche Richtlinien (BFR)
Liegenschaften des Bundes sind nach einheitlichen Standards zu erfassen. Die hierfür geltenden Vorschriften sind die Baufachlichen Richtlinien Vermessung (BFR).
Datenstruktur
verschiedene Präsentationen der GeodatenDie Datenstruktur von Geoinformationssystemen unterscheidet sich erheblich von der Struktur der CAD-Systeme. Während bei CAD-Systemen die Darstellung der Zeichnung im Vordergrund steht, werden bei Geoinformationssystemen die Daten und ihre Darstellung getrennt strukturiert. Damit können aus den Daten beliebige, an die speziellen Anforderungen der verschiedenen Anwendungsgebiete angepasste Darstellungen und Präsentationen, erstellt werden.
DHHN92
Das Deutsche Haupthöhennetz (DHHN) ist in Brandenburg das amtliche Höhensystem. Die Höhen werden als Normalhöhen nach der Theorie von Molodensky berechnet. Die Bezugsfläche ist das mit den GRS80-Konstanten berechnete Quasigeoid. Diese Bezugsfläche wird Normalhöhennull (NHN) genannt, sie verläuft durch den Nullpunkt des Amsterdamer Pegels.
Ebene
Geodaten in Ebenen strukturiertDie Ebenentechnik bietet die Möglichkeit, unterschiedliche Informationen des selben Gebietes zu überblenden. Sie werden auch Layer oder Folien genannt.
Einheitliche Datenbankschnittstelle (EDBS)
EDBS ist das standardisierte Austauschformat für die Daten von ALK und ATKIS.
ETRS89
dreidimensionals geozentrisches KoordinatensystemETRS89 ist im Land Brandenburg das amtliche Bezugssystem der Lage.
Das ETRS89 ist ein dreidimensionales kartesisches Koordinatensystem mit Ursprung im Geozentrum. Die Achsen sind wie folgt festgelegt:
  • Z-Achse - Sie entspricht genähert einer mittleren Erdrotationsachse.
  • X-Achse - Sie ist Schnittgerade der Ebene des ETRS89-Bezugsmeridians und der Äquatorebene.
  • Y-Achse - Sie steht rechtwinklig auf der X-Achse in der Äquatorebene.
Als Koordinatenbezugsfläche wurde für das ETRS89 das GRS80-Ellipsoid bestimmt.
In der Örtlichkeit wird das ETRS89 durch Referenzpunkte des Europäischen (EUREF), des Deutschen (DREF) und des Brandenburger Referenznetzes (BRAREF) realisiert.
Abbildungsvorschrift ist die Universal Transversal Mercatorprojection (UTM). Die UTM-Abbildung entspricht einer Gauß-Krüger-Abbildung mit 6� breiten Meridianstreifen unter Ansatz eines Maßstabsfaktors von 0,9996.
Gauß-Krüger-Abbildung
MeridianstreifensystemKoordinatensystem, welches auf einen querachsigen Zylinderentwurf beruht. Um größere Verzerrungen zu vermeiden, benutzt man nur schmale 3 oder 6 Längenkreise umfassende Streifen des Zylindermantels beiderseits des Berührungsmeridians. Nullpunkt des einzelnen Systems ist der Schnittpunkte des Mittelmeridians mit dem Äquator.
Geoinformationssystem
Ein Geoinformationssystem ist ein systematisch geordneter und verwalteter Bestand raumbezogener Daten.
HN-Höhensystem
Höhensystem, welches auf dem Kronstädter Pegel (bei Petersburg) beruht.
Achtung HN = NN - 0.15m (Landkreis Spree-Neiße)
Landesvermessung
Die Landesvermessung umfaßt
  1. die Grundlagenvermessung,
  2. Liegenschaftsvermessungen,
  3. die topographische Landesaufnahme,
  4. das Landesluftbildarchiv,
  5. und die topographische Landeskartographie.
Normbasierte Austauschschnittstelle (NAS)
Die Normbasierte Austauschschnittstelle (NAS) ist eine Datenschnittstelle zum Austausch von Geoinformationen, die im Rahmen der Modellierung der Geoinformationssysteme AFIS, ALKIS und ATKIS definiert wurde.
NN-Höhensystem
Höhensystem, welches auf dem Amsterdamer Pegel beruht.
Achtung NN = HN + 0.15m (Landkreis Spree-Neiße)
Rasterformat, Bitmap
Buchstabe T als BitmapEine Form der Speicherung von graphischen Daten ist das Rasterformat. In diesem Format wird der Farbwert jedes einzelnen zu präsentierenden Pixels in einer Matrix gespeichert. Rasterformate benutzen unterschiedliche Farbtiefen zur Speicherung. So sind üblich:
  • schwarz-weiß: 1 Bit pro Pixel,
  • 256 Farben: 8 Bit pro Pixel, die Farben werden nach einer Farbtabelle oder als Grauwerte interpretiert,
  • 16 Mio Farben: 24 Bit pro Pixel, in der Regel nach dem RGB-Model gespeicherte Farbwerte,
  • 16 Mio Farben + Alphakanal: 32 Bit pro Pixel, zusätzlich zu dem 24 Bit Farbwert wird ein Wert gespeichert, der die Durchsichtigkeit des Pixels angibt.
Da im Rasterformat gespeicherte Abbildungen schnell großen Speicherplatz belegen, werden die Daten in der Regel komprimiert abgelegt. Es werden verlustfreie Komprimierungsverfahren und, höhere Kompressionsraten erreichende, verlustbehaftete Verfahren verwendet. Die gebräuchlichsten Rasterformate sind: GIF, JPEG, BMP, TIFF, PNG
Tachymeter
Instrument zur geodätischen Schnellmessung, das neben Vertikal- und Horizontalwinkeln auch Entfernungen misst.
Vektorformat
Buchstabe T als VektorgrafikEine Form der Speicherung von graphischen Daten ist das Vektorformat. Die darzustellenden Objekte werden durch Koordinatenangaben beschrieben. Zusätzlich zu den Geometrieangaben können Ausprägungsmerkmale wie Farbe oder Strichstärke gespeichert werden. Es können aber auch fachspezifische Sachdaten gespeichert werden. Es existieren zahlreiche Vektorformate am Markt, von denen sich nur wenige als Quasistandard durchsetzen konnten, zB.: DXF.
     
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Jörg Schröder
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